
Im ganzen Hochland · 40 Min. · Vegan · Zum Einmachen · Für Geübte
Mula Ko Achar
Auf Deutsch: Eingelegter getrockneter Rettich
Für 4 Personen · metrisch
Nepalesisches Rettich-Achar mit Senföl, Szechuanpfeffer (Timur) und Bockshornklee
Mula Ko Achar ist das nepalesische Achar aus Rettich: scharf, säuerlich und durch heißes Senföl mit dunkel geröstetem Bockshornklee ordentlich würzig. Timur ko choop und Jimbu geben ihm den typischen Ton, der es von jedem anderen eingelegten Rettich unterscheidet. Gereicht wird es zu Roti oder Paratha oder zu Reis mit Dal – eine Löffelspitze davon macht aus einem schlichten Teller eine vollständige Mahlzeit.
Zutaten
- 500 ggeschält, grob geraspelt oder dünn geschnittenGrosse weisse Winterrettich-Wurzel, saftig und knackig, roh mild-scharf, gekocht weich und süsslich.Ersatz: Kleine rote Radieschen gehen roh als Notlösung, sind aber schärfer und weniger saftig; für gekochte Gerichte trifft weisse Rübe die Textur besser als den Geschmack.Mehr dazu
- 2 TLSalzzum Entwässern des Rettichs und zum Abschmecken
- 1 TLKurkumafür Farbe und Würze
- 1 TLChilipulvernach gewünschter Schärfe
- 2 ELerhitzt, für die Gewürzöl-ZugabeAchtung: Wegen des Erucasäuregehalts ist manches Senföl im Handel als nur zur äusserlichen Anwendung gekennzeichnet, zum Kochen sollte man daher nur ausdrücklich als Speiseöl ausgewiesene Ware verwenden.Kaltgepresstes Öl aus braunen oder gelben Senfsamen, goldgelb bis bernsteinfarben, mit scharfem, stechendem Geruch.Ersatz: Rapsöl stammt aus derselben Pflanzenfamilie und taugt als Grundlage; mit etwas Senfpulver oder frisch gemahlenen braunen Senfsamen bekommt es einen Teil der Schärfe zurück. Die typische stechende Note und das volle Aroma, besonders in Pickles, erreicht man damit nicht.Mehr dazu
- ½ TLganz, im Öl dunkel geröstet oder trocken geröstet und gemahlenKleine, harte, gelbbraune Samen einer Hülsenfrucht, die in heissem Fett kurz angeröstet werden. Bitter-würzig mit einem Duft nach Ahornsirup und Curry.Ersatz: Einen wirklich gleichwertigen Ersatz gibt es nicht, denn die Verbindung aus Bitterkeit und süsslichem Duft kommt in keinem gängigen Gewürz vor. Getrocknete Bockshornkleeblätter treffen das Aroma, sind aber milder und werden eher gegen Ende zugegeben statt im Fett angeröstet. Fehlt beides, lässt man das Gewürz besser weg, als es durch Senfsaat oder Fenchel zu ersetzen, die das Gericht in eine andere Richtung lenken.Mehr dazu
- 2 ELZitronensaftfrisch gepresst, für die Säure
- 1 TLgeröstet und grob gemahlen oder ganz in den SudDie kleinen braunen oder schwarzen Senfsamen der Himalaya-Küche bekommt man im Asienladen oder indischen Geschäft, die gelben Senfkörner aus dem Supermarkt sind milder.Ersatz: Gelbe Senfkörner gehen notfalls, schmecken aber milder und weniger würzig, daher etwas mehr nehmen.Mehr dazu
- ½ TLgeröstet und gemahlenGetrocknete Fruchtschalen eines Zitrusgewächses, kein echter Pfeffer. Zitronig-blumig und auf der Zunge prickelnd betäubend.Ersatz: Timur ersetzt ihn gleichwertig und umgekehrt. Schwarzer Pfeffer mit etwas abgeriebener Zitronenschale trifft das Aroma ungefähr, das Prickeln und Betäuben fehlt dann aber ganz.Mehr dazu
- 100 mlEssigReis- oder Weißweinessig, für die eingelegte Variante (optional)
- 2 ELZuckernur für den süß-sauren Sud (optional)
- 200 mlWasserfür Salzwasser bzw. den Essigsud (optional)
- 2 ELSesamgeröstet und gemahlen, bindet und rundet ab (optional)
- 2getrocknete rote Chilistrocken geröstet, für die Gewürzmischung (optional)
- 1 ELgetrocknetes Himalaya-Lauchkraut, kurz im Öl (optional)Getrocknetes Kraut einer Wildlauch-Art aus dem Hochland Nepals, das in Fett angebraten wird und Linsengerichten ein mildes, zwiebelig-knoblauchiges Aroma gibt.Ersatz: Einen gleichwertigen Ersatz gibt es nicht, aber getrockneter Schnittlauch, zusammen mit einer kleinen Prise fein gehacktem Knoblauch kurz in Ghee angebraten, kommt der Richtung nahe. Es fehlt dabei die erdige, leicht rauchige Tiefe des Krauts, und Knoblauch wird schnell zu dominant, also sparsam dosieren.Mehr dazu
- 1 ZehenKnoblauchalternativ Knoblauchöl statt Senföl (optional)
- gehackt, zum Bestreuen (optional)Die frischen Blätter der Korianderpflanze, mit kräftig zitronigem, leicht seifigem Aroma.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht: Glatte Petersilie bringt das frische Grün, aber nicht das zitronige Aroma, und gemahlene Koriandersamen schmecken ganz anders.Mehr dazu
Zubereitung
- Den Rettich vorbereitenDen Rettich waschen, schälen und entweder grob raspeln oder in dünne Scheiben hobeln – geraspelt zieht er schneller durch, in Scheiben bleibt er bissfester.
- Den Rettich entwässernDen Rettich salzen oder kurz in Salzwasser ziehen lassen und die austretende Flüssigkeit danach kräftig mit den Händen ausdrücken. Wer Zeit hat, lässt die Rettichstücke stattdessen ein bis zwei Stunden in der Sonne antrocknen, damit keine Restfeuchte bleibt.
- Die Gewürze rösten und mahlenFür die Ölvariante die Senfkörner in einer trockenen Pfanne rösten, bis sie duften, ebenso den Szechuanpfeffer und nach Wunsch die getrockneten roten Chilischoten. Alles abkühlen lassen und im Mörser oder in der Mühle mahlen; auch den Sesam kann man so rösten und mitmahlen. Für die eingelegte Variante bleiben die Senfkörner ganz und kommen später in den Sud.
- Rettich mit Gewürzen vermengenDen ausgedrückten Rettich in einer Schüssel mit Kurkuma, Chilipulver, Salz, den gemahlenen Gewürzen und dem Zitronensaft gründlich vermengen.
- Das Gewürzöl darübergießenDas Senföl in einem kleinen Topf erhitzen, die ganzen Bockshornkleesamen darin dunkel werden lassen, nach Wunsch Jimbu und eine Prise Kurkuma kurz einschwenken und das heiße Gewürzöl sofort über den Rettich gießen. Alles zügig unterrühren, damit sich das Aroma verteilt.
- Den Sud für die EinlegevarianteFür die eingelegte Variante Essig, Wasser, Zucker, Salz und die ganzen Gewürze – 1 TL ganze Senfkörner statt gemahlen, nach Wunsch Gewürznelken und Szechuanpfeffer – aufkochen, den Rettich in ein sauberes Glas schichten und den heißen Sud darübergießen.
- Durchziehen lassenDas Glas verschließen, abkühlen lassen und im Kühlschrank durchziehen lassen; die Ölvariante lässt sich sofort essen. Den vollen Geschmack hat das Achar aber erst nach ein bis zwei Tagen, wenn der Rettich die Gewürze aufgenommen hat.
- Bestreuen und servierenVor dem Servieren mit gehacktem Koriandergrün bestreuen und zu Reis mit Dal oder zu Fladenbrot reichen.
Tipps und Varianten
Der süß-saure Schnellsud aus Essig, Zucker und Salz ist die mildere Schwester der Öl-Variante. Statt Senföl kann man Knoblauchöl nehmen: dafür die Knoblauchzehe im heißen Öl kurz goldbraun braten und vor dem Übergießen entfernen. Wer es sämiger mag, rührt gerösteten gemahlenen Sesam unter; wer es kräftig will, macht sich eine eigene Mischung aus gerösteten Chilis, Szechuanpfeffer und Salz (Timur ko choop) und gibt Jimbu ins heiße Senföl. Bei der sonnengetrockneten Variante passen Fenchel und Asafoetida ins Gewürz, im Sud zusätzlich Gewürznelken und Szechuanpfeffer. Ein Stück Rote Bete mit ins Glas färbt den Rettich hübsch rosa. Am besten in kleinen Schälchen neben Reis und Dal auf den Tisch stellen, damit sich jeder selbst nimmt.
Allergene
Enthält: Senf
Kann enthalten, wenn du die optionalen Zutaten verwendest: Sesam
Für dieses Rezept ist nicht jede Zutat geprüft; „ohne“ wird deshalb nicht zugesichert.
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
Stimmt etwas nicht?
Dieses Rezept ist sorgfältig aus unabhängigen Quellen zusammengetragen und geprüft worden. Trotzdem kann sich ein Fehler einschleichen — eine Menge, die nicht aufgeht, ein Schritt, der so nicht funktioniert. Wenn dir etwas auffällt, schreib uns: Wir sehen es uns an und bessern nach.


